Keine Windkraftanlagen in Waldgebieten!
Wir leben in einer Zeit, in der die biologische Vielfalt sehr stark zurückgeht und bedroht ist. Die Gründe sind vielfältig.
Es ist offensichtlich, dass es immer weniger ungestörte Lebensräume für Tiere und Pflanzen gibt, die von uns Menschen nicht intensiv genutzt werden. Dramatische Bestandsrückgänge von Insekten und Vögeln wurden bei uns in der Region, aber eigentlich fast überall in Deutschland registriert. Es besteht die ernste Gefahr, dass die Tier- und Pflanzenbestände bei uns in wenigen Jahrzehnten nicht nur weiter zurückgehen, sondern dass Arten aussterben werden. Daher gilt die, auch von der Politik akzeptierte Forderung des Natur- und Umweltschutzes, die kontinuierlichen Verluste der Biodiversität zu stoppen oder umzukehren.
Bei der Etablierung von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen wurde in der Vergangenheit versucht, mit der Natur verantwortungsvoll umzugehen und diese Anlagen nur dort zu errichten, wo sie nicht mit bestehenden Schutzgebieten kollidieren und nicht auf Standorten, die windkraftgefährdete Vogelarten oder Fledermäuse beherbergen. Unsere aktuelle Regierung hat diese sinnvollen Regelungen quasi aufgehoben und will zukünftig keine Rücksicht mehr auf den Naturschutz nehmen. Daher bestehen in einigen Bundesländern, u.a. in Baden-Württemberg Pläne, Windparks zukünftig auch in Waldgebieten zu errichten, obwohl sie dort maximale Umweltschäden verursachen. Denn viele Wälder stellen Lebensräume dar, in der die Natur noch am wenigsten beeinträchtigt ist. Diese neuen Maßnahmen verstoßen meist gegen §44 des Bundesnaturschutzgesetzes, nach dem es „verboten ist, geschützte Tiere zu beschädigen, zu töten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten bzw. Standorte zu beschädigen oder zu zerstören“.
Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden Dossenheim und Schriesheim planen, Windkraftanlagen (WEAs) auf den bewaldeten Höhen des westlichen Odenwaldes, insbesondere rund um den Weißen Stein zu errichten. Die Anlagen würden wertvolle Waldbestände vernichten und die dort lebenden selten Vogel- und Fledermausarten bedrohen. Als bemerkenswerte Brutvögel kommen dort Arten vor, die sonst in BW sehr selten sind, wie Raufußkauz, Sperlingskauz, Uhu, Wanderfalke, Waldschnepfe und Kolkrabe. Bei der Anlage der WEAs müssen große Waldflächen für den eigentlichen WEA-Standort und für die notwenigen Transportwege gerodet werden. Es gehen also wertvolle Waldbestände verloren und die Lebensqualität der verbliebenen Waldgebiete wird durch permanente Störungen massiv beeinträchtigt. Man braucht keine besondere Weitsicht, um vorherzusagen, was mit den dort lebenden geschützten Tierarten geschehen wird: Ihr Lebensraum verschwindet und damit diese Arten. Im Odenwald konnte man dies im Waldgebiet Stillfüssel (Eiterbachtal) gut erkennen (Bild): Seit Aufbau von 5 WEAs vor wenigen Jahren sind dort die früher vorkommenden strenggeschützten Vogelarten wie Schwarzstorch und Rotmilan verschwunden.



