Der Bundesrechnungshof kritisiert in seinem Sonderbericht zur Nationalen Wasserstoffstrategie gravierende Umsetzungsdefizite. Weder Produktion noch Importmengen für grünen Wasserstoff seien bis 2030 realistisch erreichbar. Zugleich fehle eine gesicherte Nachfrage aus Industrie und Energiewirtschaft. Grüner Wasserstoff bleibe auf absehbare Zeit deutlich teurer als fossile Energieträger und damit ohne dauerhafte staatliche Subventionen nicht wettbewerbsfähig. Der Bericht warnt vor erheblichen finanziellen Risiken für den Bundeshaushalt sowie vor einer möglichen Abhängigkeit von nicht nachhaltig erzeugten Importen. Die Bundesregierung solle die Strategie einem Realitätscheck unterziehen und prüfen, ob Klimaneutralität auch ohne eine dauerhaft subventionierte Wasserstoffwirtschaft erreichbar ist.
Parallelen zur Windkraftförderung sind nicht auszuschließen
Der Bericht zeigt exemplarisch, wie politische Zielvorgaben ohne belastbare Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsprüfung zu Fehlanreizen führen können. Ein ähnliches Risiko besteht auch beim Ausbau der Windenergie, wenn Standorte aus rein politischen Gründen priorisiert werden, obwohl sie ökologisch oder technisch ungeeignet sind. Werden Projekte im Wald trotz schwacher Windhöffigkeit und hoher Eingriffskosten durch Subventionen rentabel gerechnet, drohen – wie beim Wasserstoff – langfristige finanzielle Belastungen und ökologische Schäden, ohne dass die erhoffte Klimawirkung tatsächlich eintritt.

