Nach zwei Leserbriefen, in denen von einer „Salamitaktik“ die Rede war, ging die Rhein-Neckar-Zeitung der Frage nach, welche Anlagenzahl vor dem Bürgerentscheid kommuniziert worden war.
Anlass war eine Äußerung von Pionext-Geschäftsführer Michael Lüer, der am Freitag zuvor von neun Anlagen gesprochen hatte. Auf Nachfrage der Zeitung erklärte er, neun Windräder seien von Anfang an Grundlage seines Angebots gewesen. Dossenheims Bürgermeister David Faulhaber gab an, stets von „vier bis sieben Anlagen“ gesprochen zu haben. Schriesheims Bürgermeister Christoph Oeldorf beharrte darauf, dass es keine neuen Zahlen gebe.
Die Zeitung prüfte den damaligen Kommunikationsstand selbst nach. Ergebnis: In der Berichterstattung vor dem Entscheid am 9. November war durchgängig von vier Windrädern die Rede, zwei auf Schriesheimer und zwei auf Dossenheimer Gemarkung. Dieselbe Zahl fiel auf den Bürgerinformationsveranstaltungen am 21. Oktober in Schriesheim und am 23. Oktober in Dossenheim. Auch die an alle Haushalte verteilte Informationsbroschüre nannte vier Anlagen sowie eine mögliche Erweiterung um vier weitere, die wegen des Flugverkehrs am Mannheimer Flughafen als eher unwahrscheinlich bezeichnet wurde.
Das Fazit der Redaktion: Mit etwas gutem Willen lasse sich feststellen, dass acht Windräder zumindest offiziell kommuniziert wurden, keinesfalls aber neun.

